1 Dopingprävention aktiv angehen

Der Trainingsalltag

Dopingprävention aktiv in den Trainingsalltag einzubinden bedeutet nicht, gleich eine Fortbildung zu dem Thema machen zu müssen. Bereits der vorgelebte Umgang mit Ehrgeiz, Erwartungen oder auch alltäglichen Situationen wie Krankheit oder Bagatellverletzungen stellt einen elementaren Bestandteil wirksamer Anti-Doping-Arbeit dar. Einfache und regelmäßige Sensibilisierung und das Wissen, wo Informationen zu finden sind oder wer als Ansprechpartner helfen kann, legen wichtige Grundlagen für eine klare Haltung gegen Doping. Wir unterstützen dabei gerne in möglichen Workshops und stehen bei Fragen zur Seite. 

Einbindung durch Sensibilisierung
Aufgaben im Trainingsalltag
2 Vorsicht bei der Einnahme

Nahrungsergänzungsmittel

Nahrungsergänzungsmittel (NEM) gelten rechtlich gesehen als Lebensmittel. Typische Merkmale sind eine sehr hohe Dosierung an Nährstoffen und die nahrungsuntypische Darreichungsform als Pulver, Tablette oder Gel. Sie gelten meist als unbedenklich, manche Trainer oder Betreuer empfehlen sie sogar. Viele Athleten glauben daher, dass sie Nahrungsergänzungsmittel brauchen, um den Anforderungen der sportlichen Belastung gerecht werden zu können. Diese Haltung kann für Leistungssportler ihre Tücken haben. Sie als Trainer sollten die Risiken von Nahrungsergänzungsmitteln kennen und Ihre Schützlinge darüber aufklären.

Das größte Risiko: Nahrungsergänzungsmittel können für Athleten verbotene Substanzen enthalten – durch eine gewollte Beimengung oder durch eine ungewollte Verunreinigung. Als Leistungssportler müssen Ihre Athleten deshalb sehr bewusst mit Nahrungsergänzungsmitteln umgehen.

Eine umfangreiche Studie unter jungen Spitzensportlern im Alter von 13 bis 19 Jahren hat ergeben, dass 80% der Befragten Nahrungsergänzungsmittel nehmen – nach eigenen Angaben vor allem, um gesund zu bleiben. Die Jugendlichen gaben mehrheitlich an, dass sie die Mittel von ihren Eltern erhalten oder selbst beschafft hatten. Empfohlen wurden die Produkte überwiegend von Eltern, Trainern und auch Ärzten. Nur 36% der Befragten waren sich der Studie zufolge bewusst, dass Nahrungsergänzungsmittel mit verbotenen Substanzen verunreinigt sein können. Es besteht also hoher Informationsbedarf, hier sollten auch Sie als Trainer helfen.

Sollte die Zufuhr von Nährstoffen mittels Nahrungsergänzungsmittel tatsächlich aus medizinischer Sicht notwendig sein, empfehlen wir dringend auf Arzneimittel zurückzugreifen, die in Deutschland zugelassen sind. Denn diese unterliegen einer weit strengeren Qualitätssicherung als frei verkäufliche Präparate. Darüber hinaus sind die Hersteller verpflichtet, alle Inhaltstoffe zu deklarieren, sodass ein zuverlässiger Abgleich mit der Verbotsliste möglich ist.

Tipps

Der Olympiastützpunkt Rheinland hat mit seinen Partnern das Projekt der KölnerListe® ins Leben gerufen. Auf der Liste werden Nahrungsergänzungsmittel geführt, die auf dopingrelevante Substanzen getestet wurden. So kann das Risiko einer Dopingfalle reduziert werden. Aber Vorsicht: Ein 100%ige Sicherheit gibt es nicht.

Im internationalen Umfeld gibt es ähnliche Initiativen, z.B. das Supplement411 in den USA oder auch Informed-Sport.

3 Im Krankheitsfall

Vorsicht bei Medikamenten

Was tun, wenn ein von Ihnen trainierter Sportler krank ist? Vor einer Medikamenteneinnahme ist es wichtig zu prüfen, ob möglicherweise Substanzen enthalten sind, die auf der Verbotsliste stehen – und sei es ein vermeintlich harmloses Grippemittel oder ein einfacher Hustensaft. Die Beispielliste zulässiger Medikamente unterstützt mit einer Übersicht gängiger erlaubter Medikamente. Und mit Hilfe der NADAmed lassen sich zahlreiche Wirkstoffe, Präparate und Medizinprodukte auf ihre Dopingrelevanz hin prüfen. Sollte sich herausstellen, dass ein Medikament oder eine Behandlung nicht mit der Verbotsliste vereinbar ist, muss unbedingt nach Behandlungsalternativen gesucht werden.

Statement

„Das Thema Anti-Doping in den Trainingsalltag einzubinden geht durch Sensibilisierung.“ - Matthias Sonnenschein

Kontakt

Nationale Anti Doping Agentur
Deutschland

Ressort Prävention

Heussallee 38
53113 Bonn

Fon: 0228 81 292 - 0
Fax: 0228 81 292 - 219
praevention@nada.de

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