Das Doping-Kontroll-System 1 schützt saubere Athleten. Wir erklären Ihnen den Ablauf 2 der Kontrollen und wie Sie Ihre Sportler bei den Meldepflichten 3 unterstützen können.

1 So funktioniert es

Wie Kontrollen ablaufen

Dopingkontrollen sind unabdingbar für einen sauberen Sport und schützen die von Ihnen trainierten Athleten. Trainer sind als Vertrauensperson oft mit dabei, um ihrem Schützling beim Ablauf der Kontrolle zur Seite zu stehen. Auch kleine Erinnerungen an die Meldepflichten können bereits viel helfen.

Kim Raisner zu Meldepflichten und Kontrollen

Im Rahmen eines Wettkampfes kann jeder Teilnehmer kontrolliert werden. In der Regel werden die Athleten der ersten Plätze kontrolliert, weitere Athleten können ausgelost werden. Auch spezielle Zielkontrollen sind möglich. Wird ein Wettkampfteilnehmer ausgewählt, so fordert ihn ein sog. Chaperon zur Kontrolle auf. Er begleitet den Sportler zur Kontrollstation und lässt ihn nach der Aufforderung zur Dopingkontrolle nicht mehr aus dem Sichtfeld, um Manipulationen vorzubeugen. Bei den Wettkampfkontrollen arbeitet die NADA mit den Spitzenverbänden, Ligen und Sportorganisationen zusammen.

Trainingskontrollen sind nur für Athleten relevant, die Mitglied eines Testpools der NADA sind. In einen Testpool wird berufen, wer einem Bundesleistungskader (A-, B-, C-, D/C-Kader) angehört oder teilweise auch Inhaber eines Elitepasses oder einer Profilizenz ist. Eine Trainingskontrolle kann zu jeder Zeit und an jedem Ort erfolgen. Der Sportler muss entweder eine Urin- oder Blutprobe abgeben, manchmal auch beides als sog. Kombikontrolle. Sollte Ihr Sportler in einem entsprechenden Kader sein, wird er vom Verband und der NADA über den zugehörigen Testpool informiert.

Die NADA hat für ihre Athleten vier Testpools definiert: Den Registered Testing Pool (RTP), den Nationalen Testpool (NTP), den Allgemeinen Testpool (ATP) und den Team Testpool (TTP). Wenn Ihr Athlet ebenfalls einem Testpool angehört, so dieser hängt von der Sportart und Disziplin sowie der Kader-Zugehörigkeit ab. Alle Trainingskontrollen der NADA finden unangekündigt statt, darum ist es für die Kontrollplaner der NADA wichtig zu wissen, wo sich der Athlet tagtäglich aufhält. Die dafür notwendigen Angaben werden als „Meldepflichten“ bezeichnet. Dafür ist der Sportler selbst verantwortlich, aber Sie als Trainer können dabei natürlich unterstützen. Alle Angaben zu Aufenthaltsort und Erreichbarkeit müssen vollständig sein, sodass ein Kontrolleur den Sportler überall antreffen kann. Bei Umzug, Urlaub und Aufenthalten außer Haus, muss die NADA vom Athleten rechtzeitig und unmissverständlich informiert werden.

Die Angaben zum Aufenthaltsort des Athleten im ATP erfolgt einmal jährlich über das Athleten-Meldeformular. Informationen über Kadermaßnahmen und Trainingslager erhält die NADA in der Regel über Ihren Verband. Der Sportler muss die folgenden Informationen mitteilen: 

  • Angaben zu Wohnsitz und sonstigen Aufenthaltsorten
  • E-Mail-Adresse
  • Festnetz- und Mobilfunknummer
  • Ort und Zeit des Trainings (Rahmentrainingsplan)
  • Falls bekannt: Saisonhöhepunkte, Trainingslager und Wettkampfteilnahmen

Athleten des NTP nutzen das Online-Meldesystem der WADA, kurz ADAMS. Sie müssen die folgenden Angaben machen:

  • voraussichtliche Aufenthaltsorte und -zeiten (Whereabouts) für das gesamte Quartal
  • Übernachtungsort
  • regelmäßigen Tätigkeiten (Training, Arbeit, Schule sowie weitere regelmäßige Aufenthaltsorte)
  • Wettkämpfe
  • Reisetätigkeiten

Athleten des RTP nutzen ebenfalls das Online-Meldesystem der WADA. Sie unterliegen der strengsten Meldepflicht in ADAMS mit folgenden Angaben:

  • Nennung einer Stunde (1h-Regelung) an jedem Tag, in der sichergestellt ist, dass sie sich am angegeben Ort aufhalten (für eine mögliche Kontrolle)
  • Übernachtungsort
  • voraussichtliche Aufenthaltsorte und -zeiten (Whereabouts) für das gesamte Quartal
  • regelmäßigen Tätigkeiten und Wettkämpfe
  • Reisetätigkeiten

Alle Angaben müssen vierteljährlich im Voraus erfolgen (zum 25. März, 25. Juni, 25. September und 25. Dezember). Dabei kann ADAMS rund um die Uhr mit dem tatsächlichen Aufenthaltsort aktualisiert werden – in Ausnahmefällen auch per SMS.

2 Von der Probe zur Analyse

Das ist der Ablauf

Dopingkontrollen sind vor allem für junge Athleten mit großer Aufregung verbunden. Wer sich rechtzeitig informiert, ist auf jede Dopingkontrolle vorbereitet.

Die Urinkontrolle

Egal ob als kontrollierter Athlet, oder als Trainer in der Rolle der Vertrauensperson, sehen Sie hier, wie die Kontrollen ablaufen:

Die Blutkontrolle

Bei Kontrollen bestehen gewisse Pflichten, aber natürlich auch Rechte.

  • Eine Vertrauensperson darf die Kontrolle begleiten.
  • Der Kontrolleur muss bei Kontrollen im Auftrag der NADA das gleiche Geschlecht wie der Athlet haben. Bei Kontrollen die nicht im Auftrag der NADA durchgeführt werden, muss das nicht so sein.
  • Der Kontrolleur muss sich mit dem offiziellen NADA-Ausweis ausweisen.
  • Nach der Aufforderung zur Kontrolle darf die Trainingseinheit beendet werden. Allerdings muss der Athlet in Sichtweite des Kontrolleurs bleiben.
  • Anmerkungen oder Probleme bei der Kontrolle können auf dem Kontrollformular angegeben werden (oder anschließend an die Kontrolle per Mail direkt an die NADA).
  • Eine angesetzte Kontrolle darf nicht verweigert oder verschoben werden.
  • Der Athlet muss sich gegenüber dem Kontrolleur mit einem Lichtbildausweis ausweisen.
  • Die in den letzten sieben Tagen eingenommenen Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel (ggf. auch Transfusionen) müssen auf dem Kontrollformular angegeben werden.
Wenn Athleten noch nicht volljährig sind

Kontrollen bei Minderjährigen

Bei unter 18-Jährigen muss eine volljährige Vertrauensperson, die der Sportler selbst auswählen kann, die Kontrolle begleiten. Das können bspw. Eltern, aber auch Sie als Trainer sein. Sollte die Vertrauensperson nicht vor Ort sein, kann sie benachrichtigt werden. Bevor die Vertrauensperson nicht vor Ort ist, wird mit der Dopingkontrolle nicht begonnen. 

Bei über 16 bis 18-Jährigen findet eine Sichtkontrolle statt. Das bedeutet, dass der Kontrolleur bei der Abgabe des Urins dabei ist, dabei allerdings von der Vertrauensperson beobachtet wird. Bei unter 16-Jährigen darf der Kontrolleur keine Sichtkontrolle durchführen, auch nicht ausnahmsweise oder mit Einverständnis des Athleten. Dies gilt allerdings nur für Kontrollen der NADA und kann daher anders gehandhabt werden, wenn die Kontrolle nicht im Namen der NADA durchgeführt wird.

Das digitale Kontrollformular

paperless

Mitte des Jahres 2013 wurde das Dopingkontrollformular (DCF) in Papierform durch ein digitales Formular - das "paperless"-Kontrollformular - ersetzt. Bei der Dopingkontrolle werden alle Angaben zur Kontrolle auf einem Tablet ausgefüllt. Auch die Unterschriften erfolgen direkt auf dem Tablet. Inhaltlich gibt es keine Veränderung zum bisherigen Kontrollprozess. Der Athlet erhält eine Kopie des Protokolls als PDF-Dokument an die angegebene E-Mail Adresse. Auf Wunsch kann alternativ eine Kontrolle klassisch in Papierform durchgeführt werden.

Der Weg ins Labor

Das passiert mit der Probe

In Deutschland gibt es zwei von der WADA akkreditierte Labore, die für die Analyse der Dopingproben der NADA verantwortlich sind: Das Institut für Biochemie der Deutschen Sporthochschule in Köln und das Institut für Dopinganalytik und Sportbiochemie Dresden in Kreischa.

Der Ablauf

  • 1.

    Alle Proben, egal ob Blut oder Urin, werden nach der Probenahme vom Athleten versiegelt und transportfertig verpackt.

  • 2.

    Der Kontrolleur bringt die Proben entweder persönlich ins Labor oder sie werden mit einem speziellen Kurrierservice ans Labor geschickt – die Blutproben bei einer kontrollierten Temperatur zwischen 2-12°C.

  • 3.

    Im Labor können die versiegelten Proben nur durch die Zerstörung des Verschlusses geöffnet werden – dadurch können sie während des Transports nicht geöffnet und verunreinigt oder manipuliert werden.

  • 4.

    Die Dopingproben sind mit einem Probencode versehen, der auf dem sogenannten „Laborabschnitt“ des Dopingkontrollformulars vermerkt ist. Auf dem Laborabschnitt befinden sich wichtige Informationen für das Labor, aber nie der Name des Athleten, ist die Probe vollständig anonymisiert.

  • 5.

    Das Originalprotokoll mit dem Probencode und dem Namen des Athleten, wird vom Kontrolleur an die NADA geschickt. Wenn das Labor ein positives Analyseergebnis an die NADA meldet, bekommt die NADA nur den Probencode der entsprechenden Probe vom Labor übermittelt. Mit dem Kontrollformular kann die NADA den Probencode mit dem Athletennamen „matchen“, also zuordnen und weiß dann, von welchem Athleten die Probe stammt.

3 Immer erreichbar sein

Meldepflichten

Nachdem Athleten von der NADA über ihre Testpoolzugehörigkeit benachrichtigt wurden, unterliegen sie in der Regel für die darauffolgenden zwölf Monate den Meldepflichten des jeweiligen Testpools. Nur durch Meldepflichten sind unangekündigte und somit effektive Kontrollen möglich. Sollte der Athlet einmal keine Möglichkeit haben, sich online abzumelden, kann er dies auch per SMS tun. Dazu muss jedoch die SMS-Funktion im Profil bei ADAMS aktiviert sein.

Um bei den Meldepflichten immer alles richtig anzugeben und aktuell zu halten, kann unser Leitfaden hilfreich sein. Wenn Ihre Athleten neu in einen Testpool der NADA kommen, machen Sie Ihre Athleten einfach auf den Leitfaden aufmerksam und greifen Sie ihnen auf diese Weise unter die Arme.

ADAMS basic

ADAMS-App der WADA

Die ADAMS-App ist eine eigenständige App der WADA. Hier können sich Ihre Athleten die App für iOS und für Android herunterladen.

Statement

"Fairness kann man nur gemeinsam erreichen." - Hannes Schürmann

Kontakt

Nationale Anti Doping Agentur
Deutschland

Ressort Prävention

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Fon: 0228 81 292 - 0
Fax: 0228 81 292 - 219
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