Sportgerechte Ernährung

Risiken durch kurzfristige Gewichtsreduktion

Grundsätzlich erfordert eine Reduzierung oder Stabilisierung des Körpergewichts eine langfristig disziplinierte Ernährung. Das kurzfristige "Gewichtmachen" vor einem Wettkampf ist dagegen mit gesundheitlichen Risiken verbunden.


 

Schnelle Gewichtsreduktion: Warum?

Je nach Sportart kann es aus unterschiedlichen Gründen wünschenswert sein, vor einem Wettkampf abzunehmen:

  • In Sportarten mit Gewichtsklassen (Ringen, Boxen, Gewichtheben usw.) soll durch eine schnelle Gewichtsabnahme beim Wiegen vor dem Wettkampf die Zuordnung in die nächsthöhere Gewichtsklasse vermieden werden. Nach dem Wiegen werden dann vermehrt Flüssigkeit und Kohlenhydrate aufgenommen, um den optimalen Zustand wiederherzustellen.
  • Im Ausdauersport verbessert ein niedriges Körpergewicht die Ausdauerleistung, denn je geringer das Körpergewicht ist, desto höher ist die relative Sauerstoffaufnahme.
  • In Sportarten wie Turnen oder Tanzsport verbessert ein niedriges Körpergewicht die Bewegungsabläufe. Häufig wird dabei auch das Erscheinungsbild positiver wahrgenommen.
  • Bei Sportarten wie Skispringen oder Reitsport ist ein geringes Körpergewicht schon aus physikalischen Gründen hilfreich.

 

Gefährlich: Verminderung des Flüssigkeitsanteils im Körper

Besonders in Sportarten mit Gewichtsklassen versucht man häufig, durch eine Verminderung des Flüssigkeitsanteils im Körper schnell an Gewicht abzunehmen: Es wird wenig oder nichts getrunken, zugleich versucht man vermehrt zu schwitzen (Abkochen), und oft werden zusätzlich Abführmittel und (im Sport verbotene) Diuretika angewendet. Diuretika sind Arzneimittel, die eine Ausschwemmung von Flüssigkeit aus dem Körper bewirken. Sie stehen auf der Liste der verbotenen Substanzen.

Diese Methode ist äußerst gesundheitsgefährdend. Zum einen werden dem Körper auf diese Weise wichtige Mineralstoffe entzogen, zum anderen kommt es zu einer Verringerung des Plasmavolumens im Blut und damit zu einer Verringerung der zirkulierenden Blutmenge. Blutdruckabfall, eine verringerte Durchblutung der Muskulatur und erhöhte Krampfneigung, Herzrhythmusstörungen und Kreislaufprobleme können die Folge sein. Wenn dann in der kurzen Zeit zwischen Wiegen und Wettkampf die Wasser- und Kohlenhydratspeicher wieder aufgefüllt werden, reicht das meist nicht aus, den Körper zu regenerieren und so die optimale Leistungsfähigkeit wiederherzustellen. Von dieser Art des "Gewichtmachens" ist daher dringend abzuraten.

 

Kontraproduktiv: Radikales Fasten

Die wohl radikalste Form der Gewichtsreduktion ist die "Nulldiät", das Fasten. Es wird vollständig auf feste Nahrung verzichtet, die Körperfunktionen werden lediglich durch Zufuhr von Flüssigkeit, Vitamin- und Mineralstoffpräparaten aufrechterhalten. Auf diese Weise erfolgt anfangs eine sehr schnelle Gewichtsabnahme (bis zu 800 Gramm pro Tag), nach etwa zwei Wochen reduziert sie sich auf ca. 400 Gramm pro Tag.

Die hohe Gewichtsabnahme ist vor allem auf Flüssigkeitssverluste und den Abbau von Glykogen und Protein zurückzuführen. Gerade das Glykogen ist jedoch bei sportlicher Belastung die wichtigste Energiequelle. Zwangsläufig wird also dadurch die Leistungsfähigkeit massiv beeinträchtigt. Außerdem lässt sich durch eine solche Diät der Abbau von Muskelmasse nicht verhindern, während der Körperfettanteil nur unwesentlich reduziert wird.

 

Ungesund: Einseitige Ernährung

Zahlreiche Diätempfehlungen beruhen darauf, die Energiezufuhr auf einzelne Nährstoffe zu beschränken und auf andere gänzlich zu verzichten. Bekannte Beispiele sind die Hollywood-Diät (viel Obst, Gemüse, mageres Fleisch und Eier, kein Fett, wenig Flüssigkeit) undie Atkins-Diät (viel Eiweiß und Fett, Verzicht auf Kohlenhydrate in Form von Getreide, Obst und Gemüse).

All diese Diäten haben den entscheidenden Nachteil, dass die Ernährung einseitig wird. Dem Körper bleiben wichtige Nahrungsbestandteile vorenthalten, während andere im Übermaß zugeführt werden. Das führt zwangsläufig zu gesundheitlichen Problemen und Leistungseinbußen, und der Erfolg ist meist von kurzer Dauer.