Beispiele aus dem Trainingsalltag

Ehrgeizige Eltern - vermeintlich benachteiligte Kinder

Stark verwischte Nahaufnahme von Mädchenköpfen. Foto: Kühn Medienkonzept

Im Tennis-Leistungsstützpunkt gibt es häufig Auseinandersetzungen zwischen dem Trainer und den Eltern einiger Spielerinnen und Spieler. Die Eltern glauben, dass ihre Kinder benachteiligt werden, wenn es um den Einsatz bei Turnieren geht.


 

Unterschiedliche Beweggründe

Der Trainer macht in der Regel die Förderung seiner Athletinnen und Athleten und deren Spieleinsatz bei Auswahl-Turnieren von der Beurteilung des individuellen Talents und von den Ergebnissen der letzten wichtigen Turniere abhängig. Dagegen fordern manche Eltern den verstärkten Einsatz ihrer Kinder ein und verweisen dabei auf eine gute Platzierung in der Rangliste. Diese Rangplatzpunkte erreichen die betroffenen Spielerinnen und Spieler allerdings nur, weil sie auf Veranlassung ihrer Eltern und entgegen der Absprache mit dem Trainer auf sehr vielen, aber weniger gut besetzten Turnieren spielen. Einige sind wütend auf den "ungerechten" Trainer, andere sind hin- und hergerissen zwischen der Meinung des Trainers und der Position der Eltern.

 

Akzeptanz schaffen

Der Trainer hat natürlich in der Wettkampfplanung das letzte Wort. Um das Klima in der Trainingsgruppe und die Motivation der Athletinnen und Athleten nicht zu gefährden, sollte er jedoch versuchen, Verständnis und Akzeptanz für seine Entscheidungen zu erhalten. Er sollte deshalb
  • seine dem langfristigen Trainingsaufbau geschuldete Turnierplanung fachlich begründen und diese offen und nachvollziehbar kommunizieren – den Spielerinnen und Spielern ebenso wie den Eltern,
  • Aufklärungsarbeit über die langfristige Orientierung der sportlichen Laufbahn betreiben,
  • in der Diskussion mit den betreffenden Spielerinnen und Spielern sowie deren Eltern ruhig und sachlich bleiben und sarkastische oder verletzende Bemerkungen vermeiden,
  • trotz inhaltlicher Differenzen die persönliche Wertschätzung für die Spielerinnen und Spieler bewahren,
  • individuelle Leistungen der Spieler anerkennen – unabhängig von der absoluten Leistung.