Problematischer Substanzkonsum

Sport und Sucht

Verwischte Ansicht eines Hallensportlers. Foto: Kühn Medienkonzept

Das Thema Sucht verdient im Zusammenhang mit Leistungssport und Doping besondere Beachtung. Zum einen haben manche Dopingsubstanzen ein Suchtpotenzial, zum anderen kann der sportliche Erfolg selbst zur Sucht werden. Trainerinnen und Trainer müssen hier jedoch nicht tatenlos zusehen.


 

Sucht hat viele Gesichter

Manche Dopingsubstanzen, wie zum Beispiel Narkotika, Stimulanzien und Cannabinoide, sind zugleich Rauschdrogen, deren Missbrauch zu psychischer und/oder körperlicher Abhängigkeit führen kann. Suchtgefahr lauert aber auch im Sport selbst. Es gibt Menschen, die sich an der totalen körperlichen Verausgabung im Leistungssport ebenso berauschen, wie andere dies mit Drogen tun. Solche "Sportsüchtigen" wiederum neigen manchmal dazu, ihr rauschhaftes Erleben durch entsprechenden Substanzkonsum noch zu steigern. Auch sind aus dem Ausdauersport etliche Fälle von Magersucht bekannt.

 

Entstehung von Sucht

So unterschiedlich die Erscheinungsformen von Sucht auch sind – über ihre Entstehung lassen sich doch einige allgemeingültige Aussagen treffen. So entsteht Sucht meist nicht automatisch dadurch, dass Suchtstoffe verfügbar sind oder angeboten werden. Auch aktuelle Probleme lösen nicht zwangsläufig den Griff zum Suchtmittel aus. Manchmal kommen jedoch ungünstige Voraussetzungen hinzu, wie zum Beispiel
  • geringes Selbstwertgefühl
  • mangelndes Selbstbewusstsein
  • überzogene Erwartungen an die eigene Person
  • geringe Frustrations- oder Stresstoleranz
  • Neigung, das eigene Befinden durch Medikamente zu "steuern"
Unter solchen Voraussetzungen ist die Gefahr groß, in kritischen Situationen, bei Problemen oder unter Leistungsdruck auf schädliche Substanzen zurückzugreifen, um schnell und ohne Aufwand Wohlbefinden zu erreichen.

 

Was Trainerinnen und Trainer tun können

Handlungsmöglichkeiten von Trainern und Trainerinnen liegen vor allem in der Prävention, und zwar insbesondere im Umgang mit Jugendlichen. Dabei geht es zum einen darum, Gefährdungspotenziale zu verringern, und zum anderen um die Stärkung der Kompetenzen von Athletinnen und Athleten für einen adäquaten Umgang mit Problemen.
  • Versuchen Sie, eine Vertrauensbasis zu schaffen, so dass Ihre Athletinnen und Athleten bereit sind, sich auch bei privaten Problemen an Sie zu wenden.
  • Suchen Sie das Gespräch mit Eltern, Lehrkräften oder Vertrauenspersonen der Athletin oder des Athleten, wenn Sie den Eindruck haben, dass es Schwierigkeiten im persönlichen Umfeld gibt.
  • Beachten Sie die individuell unterschiedlichen Wirkungen Ihres Trainerverhaltens, damit möglichst kein übermäßiger Druck oder Stress entsteht.
  • Helfen Sie Jugendlichen, Selbstvertrauen zu entwickeln und die eigenen Leistungen und Fortschritte bewusst wahrzunehmen.
  • Entwickeln Sie leistungssportliche Ziele gemeinsam mit den Athletinnen und Athleten und versuchen Sie, sich dabei mehr an deren individuellen Fähigkeiten als an absoluten Maßstäben zu orientieren.
  • Üben Sie mit der Trainingsgruppe Kommunikations- und Konfliktfähigkeit ein.