Können auch „normale“ Ernährungsbestandteile zu einem positiven Dopingbefund führen? Wenn ja, was kann ich meinen Athletinnen und Athleten raten?

Es gibt tatsächlich einige wenige Lebensmittel, bei denen diese Gefahr besteht.
  • Einige asiatische Tees enthalten Bestandteile der Ma Huang-Pflanze (chinesisches Meerträubel). Der Wirkstoff dieser Pflanze ist Ephedrin, das zur Substanzgruppe der Stimulanzien gehört und als Dopingsubstanz verboten ist.
  • Es konnte nachgewiesen werden, dass die in Mohnkuchen verarbeiteten Mohnsamen in Einzelfällen einen so hohen Morphingehalt haben, dass er bereits nach dem Verzehr von nur einem Stück Mohnkuchen im Körper tagelang nachweisbar ist.
Das sind allerdings bislang die einzigen Lebensmittel, in denen Dopingsubstanzen gefunden wurden und auf die deshalb besser verzichtet werden sollte. Geschichten von positiven Dopingbefunden, die auf den Verzehr von Fleisch hormonverseuchter Rinder zurückgehen sollen, gehören dagegen wohl eher ins Reich der phantastischen Ausreden. Viel größer ist dagegen die Gefahr, dass es durch die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln zu positiven Dopingbefunden kommt. Denn viele Präparate enthalten Steroidhormone oder sind mit solchen verunreinigt, ohne dass dies auf der Packung deklariert wäre.