Beispiele aus dem Trainingsalltag
Spieler und Trainer unter Erfolgsdruck

Das wichtigste Spiel der Saison naht; es geht nicht nur um den Titel, sondern auch um Vertragsverlängerungen. Sponsoren, Medien und Sportfunktionäre stellen Prognosen an, wollen Details wissen oder warnen vor den Folgen einer Niederlage. Diesem Druck standzuhalten ist nicht immer leicht.
Die Mannschaft und mit ihr der Trainer stehen im Kreuzfeuer der Interessen Dritter und müssen schon im Vorfeld des Spiels glaubhaft machen, dass sie gewinnen können. Die Versuchung, durch Doping eine "Leistungsgarantie" zu sichern, ist groß. Wie die Sportler damit umgehen, hängt maßgeblich vom Verhalten des Trainers ab.
Der Trainer zwischen den Fronten
Auch wenn der Trainer selbst unter Druck steht, sollte er zumindest diesen Druck nicht an die Spieler weitergeben. Es ist sein eigener Druck, und er muss ihn entsprechend kanalisieren. Es kann nötig sein, dass der Trainer sich für die Bewältigung dieser Situation Unterstützung etwa aus dem Freundeskreis oder im Rahmen einer persönlichen Beratung holt.
Unterstützung der Sportler
Möglicherweise ist es sinnvoll, das Gespräch mit den Sponsoren und Verbandsfunktionären zu suchen, um den Druck von der Mannschaft abzuwenden. Da der Druck auf allen Spielern lastet, ist es in dieser Situation zudem hilfreich, den Teamgeist zu stärken Ob die Spieler dem wachsenden Erwartungsdruck standhalten können, ist aber auch abhängig von ihrer Fähigkeit, sich abzugrenzen. Wenn der Trainer sie frühzeitig auf diesen Druck vorbereitet und ihnen entsprechende Bewältigungsstrategien (realistische Zielsetzung, Mentaltraining, gezielte Entspannung) vermittelt hat, werden sie dem Stress und Leistungsdruck vor dem Spiel eher gewachsen sein und sich gegen übertriebene Erwartungen verwahren können. Hier zeigt sich einmal mehr, wie wichtig die Stärkung des Selbstbewusstseins bereits bei jungen Athletinnen und Athleten ist.