Die Rolle des Trainers in der Dopingprävention
Ethik im Sport
Die Ethik ist eine philosophische Disziplin. Sie sucht Antworten auf Fragen wie "Was sollen wir tun? Was ist moralisch vertretbar?" Solche Fragen stellen sich durchaus auch im Sport. Antworten gibt der "Ehrenkodex für Trainerinnen und Trainer im Sport."
- Ideale und moralische Grundlagen im Sport
- Berufsethik für Trainerinnen und Trainer
- Verantwortung wahrnehmen
Ideale und moralische Grundlagen im Sport
Der Begriff Ethik stammt vom griechischen Wort Ethos ab, das übersetzt "Sitte" oder "Brauch" bedeutet. Aufgabe der Ethik ist es, Kriterien für gutes und schlechtes Handeln aufzustellen, die Motive und Folgen menschlichen Handelns zu bewerten und Normen und Werte als Orientierungsrahmen für menschliches Handeln zu erarbeiten.Auch im Sport sollte die Beurteilung moralischer Probleme nicht intuitiv erfolgen, sondern sich von ethischen Grundsätzen leiten lassen. So sind die Bemühungen im Kampf gegen Doping dem Ideal eines humanen und fairen Sports verpflichtet, der gänzlich auf Doping verzichtet, den fairen Wettbewerb sucht und die Würde der Sportlerinnen und Sportler achtet.
Berufsethik für Trainerinnen und Trainer
Im Dezember 1997 wurde vom Hauptausschuss des Deutschen Sportbunds der "Ehrenkodex für Trainerinnen und Trainer im Sport" verabschiedet. Es handelt sich dabei um eine Selbstverpflichtung auf das Standesethos des Trainerberufs. Der Ehrenkodex bildet die moralische Grundlage für ein kritisches berufliches Selbstverständnis. Dabei wird bereits in der Präambel des Ehrenkodex das "Prinzip der Verantwortung für das Wohl der Sportlerinnen und Sportler" deutlich hervorgehoben. Gemeint sind damit Kinder und Jugendliche ebenso wie mündige Athletinnen und Athleten.Ausdrücklich wird im Ehrenkodex betont, dass die Gesundheit und das Wohl der Athletinnen und Athleten Vorrang vor den Erfolgszielen der Trainerinnen und Trainer oder auch der Sportorganisationen haben und dass Leistungssteigerungen nur mit humanen Maßnahmen gefördert werden sollen.
Verantwortung wahrnehmen
Den Trainerinnen und Trainern wird explizit eine pädagogische Verantwortung insbesondere für ihnen anvertraute Kinder und Jugendliche zugeschrieben. Dies bedeutet neben pädagogisch verantwortlichem Handeln vor allem die Einbeziehung der Athletinnen und Athleten bei Entscheidungen, von denen sie persönlich betroffen sind, sowie die Förderung ihrer Selbstbestimmung, Eigenverantwortlichkeit und Selbstständigkeit. Dabei sollten auch Entwicklungsmöglichkeiten im Anschluss an eine Sportkarriere nicht aus dem Blick geraten.Mit einem deutlichen Bezug auf Doping im Ehrenkodex verpflichten sich Trainerinnen und Trainer, den Gebrauch verbotener Mittel zu verhindern, gezielte Aufklärung zu betreiben und ihre Vorbildfunktion aktiv wahrzunehmen.