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Kritische Situationen im Training

Wenn eine Athletin oder ein Athlet zu Doping greift, können die Gründe in der jeweiligen Sportbiografie oder auch im persönlichen Umfeld zu suchen sein. Die Kenntnis der Vielfalt möglicher Ursachen ist Voraussetzung für eine wirksame Prävention.

Häufig sind es kritische Ereignisse und markante Krisenpunkte in der Sportbiografie, die zum Dopinggebrauch führen. Gefahr droht aber auch aus dem sportlichen Umfeld allgemein.

Individuelle Auslöser

In jeder Sportkarriere gibt es Krisen, auch schon beim Einstieg in den Hochleistungssport. Auslöser für einen Rückgriff auf Doping sind zum Beispiel:

  • der Wunsch nach Aufstieg in ein höheres Leistungsniveau
  • schwere oder häufige Verletzungen und dadurch notwendige Trainingspausender
  • psychische Instabilität infolge einer Häufung von Misserfolgen oder Verletzungen
  • (drohendes) Ausscheiden aus dem Kader und damit verbundener Verlust finanzieller und persönlicher Zuwendungen
  • Wechsel in leistungsorientierte Vereine
  • bei Profisportlern Perspektivlosigkeit und Angst vor dem Karriereende
  • der Kontakt mit dopenden Athleten auf nationaler und internationaler Ebene
  • Trainer-, Vereins- oder Arztwechsel

Eine Frage des Standpunkts

Ob in solchen Situationen zu Doping gegriffen wird, hängt aber auch damit zusammen, wie das Thema Doping im sportlichen Umfeld behandelt wird. Oft werden Dopingsünder nicht offensiv geächtet, und Dopinggegnern wird unterstellt, einseitig, unsachlich, emotionsgeladen oder realitätsfern zu argumentieren. Dopingangebote werden verharmlosend als "Optimierung der Ernährung", "unterstützende Maßnahme" oder "schnelle Förderung der Kondition" umschrieben. So wird gerade bei jungen Menschen die Hemmschwelle zu Doping schleichend abgebaut. Trainerinnen und Trainer stehen hier in der Verantwortung, eine klare und entschiedene Haltung gegen Doping zu vertreten und in Krisensituationen gemeinsam mit den Athletinnen und Athleten nach geeigneten Lösungen zu suchen.