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Trainer - Freund oder Feind

Ob ein Trainer oder eine Trainerin von jungen Athletinnen und Athleten als Freund oder Feind wahrgenommen wird, hängt davon ab, welchen Trainertyp er oder sie repräsentiert.

Zur Charakterisierung von "Führungsstilen" im Hochleistungssport lassen sich zwei verschiedene Trainertypen unterscheiden: der technokratische und der empathische Trainertyp.

Trainertypen

Der technokratische Trainertyp orientiert sich einseitig am Sieg-Niederlage-Code, ohne die individuellen Belange der Athletinnen und Athleten zu berücksichtigen.

  • Er will um jeden Preis die Leistungen der Athletinnen und Athleten optimieren.
  • Er feilt ausschließlich an den sportlichen Leistungen der Jugendlichen und ignoriert andere Faktoren einer gelingenden jugendlichen Entwicklung.
  • Er ist einseitig auf den körperlichen Fitnesszustand und die sportliche Leistungsfähigkeit der Athletinnen und Athleten fixiert.
  • Er setzt eher an den Schwächen als an den Stärken an und will Leistungssteigerungen einseitig über Modellierung und Ausweitung des Trainingsplans erreichen.
  • Er erwartet absolute und unhinterfragte Befolgung der vorgegebenen Trainingspläne und Leistungsziele und akzeptiert keine Leistungsgrenzen.
  • Er reagiert ungehalten, wenn Athletinnen und Athleten seine Trainingsvorgaben und Leistungsziele hinterfragen und eigene Vorschläge machen.

Der empathische Trainertyp orientiert sich individuell an den einzelnen Athletinnen und Athleten und setzt eher auf Motivationsförderung als auf Leistungsdruck.

  • Er geht partnerschaftlich im Umgang mit den Athletinnen und Athleten vor.
  • Er sieht sportliche Leistungsergebnisse in einem ganzheitlichen Zusammenhang.
  • Er versucht Leistungssteigerungen durch vielfältige Interventionen und Maßnahmen zu erzielen.
  • Er geht auf individuelle Veranlagungen, persönliche Voraussetzungen, entwicklungsspezifische Chancen oder Hemmnisse ein.
  • Er bezieht bei Trainingsanstrengungen auch den Verband, Kolleginnen und Kollegen, Lehrerinnen und Lehrer und die Eltern mit ein.
  • Er spricht Konflikt- und Überforderungssituationen offen an.
  • Er akzeptiert Leistungsgrenzen, die nicht zu überwinden sind.
  • Er fühlt sich dem Fair-Play-Gedanken und dem humanen Sport verpflichtet.
  • Er fühlt sich der Persönlichkeitsentwicklung Jugendlicher verpflichtet und schützt sie vor Übergriffen und Überforderungen, die ihre Entwicklung gefährden.

Pädagogische Kompetenz erforderlich

Die kritische Auseinandersetzung mit der Trainerrolle bedeutet, dass das Anforderungsprofil von Trainerinnen und Trainern erweitert werden muss, wenn sie Jugendliche betreuen. Sie müssen neben sportlichen Qualifikationen auch über pädagogische Kompetenzen verfügen, die sie dazu befähigen, die ihnen anvertrauten Jugendlichen umfassend zu begleiten und vor Doping zu schützen.