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Unterstützungsbedarf

Nicht wenige Kinder und Jugendliche haben Probleme bei der Bewältigung von Entwicklungsaufgaben. Sie reagieren mit Angst, Abwehr oder Verweigerung auf die Herausforderungen des Erwachsenwerdens. In solchen Fällen ist Unterstützung aus dem Umfeld besonders wichtig.

Wenn Kinder oder Jugendliche zu wenig Selbstbewusstsein oder Selbstwertgefühl haben, können sie oft die jeweils anstehenden Entwicklungsaufgaben nicht altersgerecht bewältigen. Es fehlen ihnen die persönlichen und sozialen Voraussetzungen dazu. Die Folge sind Entwicklungsverzögerungen, die zu Ablehnung und Ausgrenzung durch das soziale Umfeld führen können. So können unterschiedliche Formen psychischer und physischer Belastungssymptome entstehen, etwa der Rückzug in die innere Isolation oder die Entwicklung eines Suchtverhaltens.

Damit Jugendliche ihre Entwicklungsaufgaben erfolgreich bewältigen können, sind sie auf Anerkennung und Unterstützung aus ihrem nahen Umfeld angewiesen. Dazu gehören in erster Linie Erwachsene, die ihre Norm- und Wertvorstellungen und ihre Selbstwahrnehmung nachhaltig prägen. Eltern und Lehrkräften, aber auch Trainerinnen und Trainern kommt damit eine wichtige Vorbildfunktion zu. Sie können zudem das Selbstbewusstsein der Jugendlichen stärken, ihre Persönlichkeit stabilisieren und ihnen so helfen, die notwendigen personalen Schutzfaktoren aufzubauen.

Selbstvertrauen ist der beste Schutz vor Suchtverhalten und Doping. Damit Kinder und Jugendliche Selbstvertrauen überhaupt entwickeln können, brauchen sie die Erfahrung von Wertschätzung auch unabhängig von ihren Leistungen sowie die Gewissheit, Hilfe zu bekommen, wenn es notwendig ist. Das Gefühl von Sicherheit und Halt ermutigt sie, neugierig ihre Lebenswelt zu erkunden, ihre Fähigkeiten und Kräfte auszuprobieren und Herausforderungen anzunehmen. Es befähigt sie auch dazu, Konflikte, Enttäuschungen und Misserfolge aushalten zu können, ohne etwa zu Suchtmitteln oder schädlichen Methoden zur Leistungssteigerung zu greifen.

Ebenso wichtig wie ein gesundes Selbstvertrauen ist die Fähigkeit, in Konfliktsituationen adäquat zu handeln, also eigene berechtigte Interessen wirksam zu vertreten und dabei ausreichend Rücksicht auf die Belange anderer Menschen zu nehmen. Das kann sich insbesondere bei Jugendlichen in der Pubertät schwierig gestalten. Erwachsene können das Erlernen von Konfliktfähigkeit dadurch unterstützen, dass sie bei gegensätzlichen Interessen nicht ihre Macht ausspielen, sondern gemeinsam mit dem Kind oder Jugendlichen einvernehmliche Lösungen aushandeln und Verbote oder Einschränkungen nachvollziehbar begründen. Dabei ist es wichtig, dass die Jugendlichen sich auch im Konfliktfall der Wertschätzung durch die erwachsenen Bezugspersonen sicher sein können.

Für eine gelingende Entwicklung ist es wichtig, dass die Kinder und Jugendlichen weder unter- noch überfordert werden. Ihnen muss die Gelegenheit geboten werden, an ihren Aufgaben zu wachsen, aber das bedeutet auch, ihnen realistische, tatsächlich erreichbare Ziele zu setzen. Da die Grenzen zur Unter- oder Überforderung von Mensch zu Mensch sehr verschieden sein können, muss jegliche Förderung von Kindern und Jugendlichen ihre individuellen Fähigkeiten und Defizite genau berücksichtigen. Die zentrale pädagogische Herausforderung an Trainerinnen und Trainer liegt darin, das richtige Maß zwischen Fordern und Fördern, Lob und Kritik, Stärkung und Einschränkung zu finden.